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Bonds in the Spotlight

Flucht in Sicherheit

- Lars Conrad

Die geplanten US-Zölle verunsichern die Märkte. Das zeigt sich auch bei Staatsanleihen, „sichere Häfen“ sind wieder begehrt. Wie die Bondmärkte auf Donald Trump reagierten.

Der Tag der Freiheit brachte den Amerikanern – und auch dem Rest der Welt, vor allem eines: Neue Unsicherheiten. Kurz nachdem US-Präsident Donald Trump am „Liberation Day“ eine Tafel mit neuen Zöllen enthüllte (die zahlreichen Fragen offenließ) reagierten die Märkte.

Während es an den Aktienmärkten zu Verkäufen kam, stieg die Nachfrage nach sicheren Titeln. Das zeigte sich etwa an dem deutlichen Kursanstieg bei US-Staatsanleihen, während die Renditen fielen. Bei deutschen Bundesanleihen gab es eine ähnliche Entwicklung, wenn auch weniger stark.

Unsicherheiten bestehen sowohl mit Blick auf das „große, ganze“ Makro-Wirtschaftsgeschehen als auch mit Blick auf konkrete Marktszenarien. Über allen Prognosen schwebt derzeit vor allem die Befürchtung, dass in den USA – zumindest, wenn die exzessiven Zölle Bestand haben – eine Stagflation droht. Dass die Inflation wieder deutlich anzieht und das Wirtschaftswachstum einbricht. Wobei sowohl die Dauer als auch die Vehemenz eines solchen Szenarios grundsätzlich nur sehr schwer prognostizierbar ist.

Und so richten sich die Blicke auf die Notenbanken. Der Federal Reserve (Fed) droht eine Gratwanderung. So könnte es etwa weniger Zinssenkungen in einem Umfeld einer sich beschleunigenden Inflationsdynamik geben. Oder, im Falle einer Rezession, schnellere Zinssenkungen – wenn sich die Inflation in diesem Szenario als „transitorisch“ erweisen könnte.

Für die Europäische Zentralbank (EZB) könnte der (potenziell) negative Wachstumseffekt zu weiteren Zinssenkungen führen. Dann würde der Leitzins Ende des Jahres beispielsweise nur noch bei 1,75 Prozent statt bei den bislang avisierten 2,00 Prozent stehen.

Bis zum Mittag des Folgetages gab es nach der Zollankündigung am Anleihenmarkt folgende Bewegungen:

  • Zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten bei 4,07 Prozent – knapp elf Basispunkte (BP) niedriger als vor dem Auftritt von Trump. Zehnjährige deutsche Bundesanleihen rentierten bei 2,66 Prozent (Minus 6 BP).
     
  • Die Renditedifferenz zwischen zehnjährigen US-Staatsanleihen und deutschen Bundesanleihen sank weiter, auf zuletzt nur noch 141 Basispunkte.
     
  • Die kurzfristigen Inflationserwartungen stiegen rasant: Der Ein-Jahres-US-Inflationsswap stieg über Nacht um +20 Basispunkte auf 3,45 Prozent. Zum Vergleich: Im Oktober vergangenen Jahres notierte das Absicherungsinstrument noch bei rund 2,2 Prozent.
     
  • Die längerfristigen Inflationserwartungen blieben hingegen stabil. Die Zehn-Jahres-Breakevens in den USA notierten nahezu unverändert bei 2,46 Prozent, in der Eurozone bei 1,96 Prozent (Inflations-Swap-Markt).
     
  • Die Erwartungen der Marktteilnehmer an die Zentralbanken veränderten sich ebenfalls. Bei der Fed erwarten die Anleger und Anlegerinnen zum Jahresende 2025 nun Zinssenkungen von 80 Basispunkten – am Vortag waren es noch 70 Basispunkte. Bei der EZB rechnet man nun mit Zinssenkungen von 70 Basispunkten (gegenüber 60 Basispunkten am Vortag), was in der Regel fast drei Zinsschritte von jeweils 25 Basispunkten bedeutet.

In unseren Bond-Portfolien waren wir bereits vor den jüngsten Entwicklungen eher defensiv aufgestellt. Bei der Kreditqualität liegt der Fokus schon länger auf Top-Qualitäten, etwa bei Unternehmensanleihen. Der Bestand an Staatsanleihen, deren Kurse in der „heißen Phase“ stiegen, half in dem turbulenten Umfeld.

Hier achten wir gleichfalls auf eine sorgfältige Diversifizierung – sowohl nach Regionen als auch beim Schutz vor Inflation. Außerdem trug eine konstruktiv ausgerichtete Duration während des Renditerückgangs positiv zur Wertentwicklung bei.

Das Ziel bleibt ein robustes Anleihe-Portfolio. Mindestens ebenso wichtig ist die Flexibilität. In turbulenten Zeiten kommt es oft zu Übertreibungen an den Märkten, die aktiven Anlegern Chancen bieten können.

Die Serie „Bonds in the Spotlight” erscheint regelmäßig auf unserer Internetseite – immer dann, wenn in der Geldpolitik oder an den Anleihenmärkten etwas Relevantes passiert. Die Autoren arbeiten im Bond-Team von Flossbach von Storch. So erhalten Sie Ihre Informationen direkt aus erster Hand.

Wir von Flossbach von Storch bieten neben unseren Multi-Asset- und Aktienfonds zwei Anleihenfonds für verschiedene Kundengruppen an. Der Flossbach von Storch - Bond Opportunities richtet sich eher an chancenorientierte Anlegerinnen und Anleger, der Flossbach von Storch - Bond Defensive an vorsichtigere Anleger, die vielleicht bisher klassische Zinskonten nutzten.

Die mit dem Flossbach von Storch - Bond Opportunities verbundenen Chancen und Risiken sowie Informationen zu den Kosten entnehmen Sie bitte den Fondsdetails.

Die mit dem Flossbach von Storch - Bond Defensive verbundenen Chancen und Risiken sowie Informationen zu den Kosten entnehmen Sie bitte den Fondsdetails.

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